Donnerstag, September 08, 2005

Amateure unter sich II - Entscheidungskriterien für Lesenswerte Artikel

Nach welchen Kriterien werden in der Wikipedia Lesenswerte Artikel - nach eigenen Aussagen sind diese Artikel "liebevoll gestaltet, erfüllen jedoch die mittlerweile sehr strengen Kriterien für einen Exzellenten Artikel (noch) nicht" - denn gekürt? Nach Fachkompetenz und fachlicher Richtigkeit kann nicht sein (siehe einen Eintrag weiter unten). Dann vielleicht doch wenigstens danach, was die Fachleute zum Thema zu sagen haben? Schauen die Abstimmenden auf die Diskussionsseite? Schauen sie in die Versionsgeschichte? Schauen sie vielleicht sogar auf die Benutzerseiten der Autor(inn)en, die an dem Artikel mitgeschrieben haben, um herauszufinden, ob diese das Thema kennen, über das sie schreiben? Fragen über Fragen und bisher keine Antworten.

1 Kommentar:

arbol01 hat gesagt…

Dies ist ein Problem, das nicht lösbar ist. Jedenfalls nicht lösbar, je weiter es sich von dem Gebiet der Mathematik entfernt ist. Mathematische Themen haben den Vorteil, das sie, zum großen Teil, selbstkontrollierend sind. Auch aus dem Bereich der Naturwissenschaften (Physik, Chemie, Biologie, ...) hat man noch genug Kontrollmöglichkeiten, auch wenn die Möglichkeit der Selbstkontrolle entfällt.
Natürlich gibt es in all diesen Bereichen, Teilgebiete, wo die Kontrolle ihre Grenzen findet, so Differentialgleichungen, Quantenphyik, ... .

Wir haben hier zwei Seiten: Einmal die Fachleute, die vorwiegend für ihr Gebiet Fachbücher schreiben einerseits, und andererseits den Leser der das, was die Fachleute geschrieben haben, verstehen soll. Eine Enzyklopädie soll ja nicht das Werk der Trivialitäten sein, und andererseits auch nicht das Fachbuch der Fachbücher.
Wie könnte man Fachleute einbinden, so das garantiert wäre, das der Fachmensch ein Fachmensch ist? Er behauptet es? Dan ist es nicht nachprüfbar. Er registriert sich persönlich mit allen notwendigen Unterlagen? Dieser Aufwand wäre wohl kaum gerechtfertigt. Ausserdem glaube ich, das aus welchen Gründen auch immer, die wenigsten Fachleute sich, und das auch noch mit vollem Namen, bei Wikipedia beteiligen.
Man muß ja immer berücksichtigen, das man bei Wikipedia nichts verdienen kann, und das man sich wohl kaum einen großen Namen machen kann.
Deswegen ist es AFAIK auch so wichtig Quellen zu nennen, auf die man sich bezieht.

Weil ich mich kenne, und weiß, das ich bei vielen "schwammigen" Themen einen Wutanfall bekommen würde, und meine feste, eigene Meinung habe, halte ich mich von diesen Themen fern.

Ich hatte ja immer gehofft, wikiwese könnte sich als so etwas wie de.wikipedia(II) entpuppen. Also als etwas, was das, was im Wikipedia drinnen steht, filtert. Inzwischen habe ich aber eher die Vermutung, das Wikiweise eher die Mitglieder repräsentiert, die sich auf den sogenannten weichen Gebieten (Soziologie, Politik, Germanistik, Linguistik, Geschichte, ...) konzentrieren, und die harten Gebiete (Mathematik, Physik, Chemie, ...) vernachlässigen.
Bei Wikipedia sind die Mitglieder der harten Gebiete, die Fans, die Spinner u.a. verblieben, beziehungsweise sammeln sich dort noch.
Ich frage mich natürlich, wie werden sich die Schwesternwikis entwickeln? Wikisource ist immer noch sehr rigide, und akzeptiert nur wirkliche Quellen, also Werke, die nachweislich schon veröffentlicht wurden, aber keinem Copyright mehr unterstehen. Wikibooks ist (noch) nicht sehr überlaufen, und nicht jedes Projekt, was dort angefangen wird, wird dort akzeptiert. Allerdings gibt es dort auch, meiner Meinung nach zurecht, akzeptierte Projekte wie ein Buch über Cocktails. Interessanterweise gab es ein toleriertes Projekt "Witzbuch", das freiwillig auf ein anderes, nicht Wikimedia unterstehendes, Wiki umgezogen ist.