Einmal auf "zufälliger Artikel" geklickt und schon stossen wir auf folgenden Artikel:
"Bei der Lastenverteilung (engl.: burden sharing) teilen sich mehrere Partner eine Last, wobei nicht jeder Partner den gleichen Anteil der Last tragen muss. Bei der Erfüllung des im Kyoto-Protokoll beschlossenen Klimaschutzziels, nämlich die weltweite Emission von sog. Treibhausgasen zu reduzieren, wendet Europa das Prinzip der Lastenverteilung an."
Anschliessend erfahren wir noch fast eine A4-Seite lang viel über das Kyotoprotokoll, was wir nie darüber wissen wollten.
Weshalb steht das nicht im Artikel über das Kyotoprotokoll? Und ich welchem Artikel finden wir Informationen über das Prinzip der Lastenverteilung? Vielleicht im Artikel Sex on the Beach? Fragen über Fragen....
Samstag, April 30, 2005
Donnerstag, April 28, 2005
Was ist ein Enzyklopädieartikel?
Wie sieht ein Enzyklopädieartikel zu einem Getränk aus? Nach der herrschenden Mehrheitsmeinung (siehe Artikel von Gestern) der Wikipedia muss das so aussehen, wie im Artikel Caipirinha:
"Zuerst wird eine halbe Limette geviertelt und in einem Caipirinha-Glas mit etwa zwei TL weißem Rohrzucker zerstampft. Der Saft aus der Limette sollte den Rohrzucker komplett auflösen. Anschließend wird das Glas bis leicht über den Rand mit "Crushed Ice" (zerkleinerten Eiswürfeln) gefüllt. Als krönender Abschluss kommen in das Glas 2-5 cl Cachaça. Der Caipirinha wird mit ein oder zwei breiten, aber nicht zu langen Strohhalmen serviert."
Meine Meinung? Der Webkoch kann das besser! Und der nennt sich noch nicht mal Enzyklopädie...
"Zuerst wird eine halbe Limette geviertelt und in einem Caipirinha-Glas mit etwa zwei TL weißem Rohrzucker zerstampft. Der Saft aus der Limette sollte den Rohrzucker komplett auflösen. Anschließend wird das Glas bis leicht über den Rand mit "Crushed Ice" (zerkleinerten Eiswürfeln) gefüllt. Als krönender Abschluss kommen in das Glas 2-5 cl Cachaça. Der Caipirinha wird mit ein oder zwei breiten, aber nicht zu langen Strohhalmen serviert."
Meine Meinung? Der Webkoch kann das besser! Und der nennt sich noch nicht mal Enzyklopädie...
Mittwoch, April 27, 2005
Unwort des Tages: Mehrheitsbeschluss...
...sowie Meinungsbild und Abstimmung. Habt Ihr vergessen, dass Entscheidungen in der Wikipedia auf Konsensbasis getroffen werden sollen?
Die Wikipedia schreibt dazu: "Der Konsens (lat. consentire = übereinstimmen, wörtlich: zusammenfühlen) ist die qualitativ höchste Stufe einer Entscheidungsfindung. Konsens ist eine sachbezogene Einigung ohne verdeckten oder offenen Widerspruch."
Unter Konsensprinzip steht: "Konsensprinzip heißt, dass Entscheidungen zunächst diskutiert und – falls niemand ablehnt (also bspw. Veto einlegt) – von allen mitgetragen werden."
Tja Leute, überlegt doch einmal kurz die Vor- und Nachteile von diesem - in der Wikipedia vergessen gegangenen - Konsensprinzip und dem mehr und mehr einreissenden Mehrheitsprinzip.: "Das Mehrheitsprinzip ist ein demokratisches Grundprinzip welches besagt, dass bei einer Abstimmung die Mehrheit die Minderheit majorisiert."
Mehrheitsprinzip ist in einem offenen System nicht möglich. Aber das habt ihr ja schon selbst gemerkt.
Die Wikipedia schreibt dazu: "Der Konsens (lat. consentire = übereinstimmen, wörtlich: zusammenfühlen) ist die qualitativ höchste Stufe einer Entscheidungsfindung. Konsens ist eine sachbezogene Einigung ohne verdeckten oder offenen Widerspruch."
Unter Konsensprinzip steht: "Konsensprinzip heißt, dass Entscheidungen zunächst diskutiert und – falls niemand ablehnt (also bspw. Veto einlegt) – von allen mitgetragen werden."
Tja Leute, überlegt doch einmal kurz die Vor- und Nachteile von diesem - in der Wikipedia vergessen gegangenen - Konsensprinzip und dem mehr und mehr einreissenden Mehrheitsprinzip.: "Das Mehrheitsprinzip ist ein demokratisches Grundprinzip welches besagt, dass bei einer Abstimmung die Mehrheit die Minderheit majorisiert."
Mehrheitsprinzip ist in einem offenen System nicht möglich. Aber das habt ihr ja schon selbst gemerkt.
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Montag, April 25, 2005
I HAD a dream...
Ich HATTE mal einen Traum: Ich träumte von einer Enzyklopädie, die gemeinsam von vielen erstellt wurde. Viele Menschen aus verschiedenen Ländern, mit verschiedenem Wissens-Background, die ihr Wissen kombinierten und die ultimative Enzyklopädie schrieben.
Die Erfahrungen der Wikipedia haben gezeigt, dass dies nicht möglich ist. Es ist nicht möglich, dass so viele Menschen an einem gemeinsamen Ziel arbeiten, denn schnell einmal bilden sich Clans und es entstehen Machtkämpfe, bei denen das gemeinsame Ziel aus dem Blick verloren geht. Was bleibt, sind Machtkämpfe auf persönlicher Ebene, Sachlichkeit, Zielbezogenheit und die Idee bleiben auf der Strecke.
Ich habe mich aus der Wikipedia verabschiedet, weil ich mich nicht mehr mit ihr identifizieren kann. Sie verkörpert nicht mehr den Traum, den ich einmal mitgeträumt habe. Heute ist die Wikipedia ein Riesen-Blog, in dem jeder seine Meinung zum Besten gibt und sich kaum mehr einer um die wissenschaftliche Qualität und um die Hochwertigkeit der Texte kümmert. Schade!
Die Erfahrungen der Wikipedia haben gezeigt, dass dies nicht möglich ist. Es ist nicht möglich, dass so viele Menschen an einem gemeinsamen Ziel arbeiten, denn schnell einmal bilden sich Clans und es entstehen Machtkämpfe, bei denen das gemeinsame Ziel aus dem Blick verloren geht. Was bleibt, sind Machtkämpfe auf persönlicher Ebene, Sachlichkeit, Zielbezogenheit und die Idee bleiben auf der Strecke.
Ich habe mich aus der Wikipedia verabschiedet, weil ich mich nicht mehr mit ihr identifizieren kann. Sie verkörpert nicht mehr den Traum, den ich einmal mitgeträumt habe. Heute ist die Wikipedia ein Riesen-Blog, in dem jeder seine Meinung zum Besten gibt und sich kaum mehr einer um die wissenschaftliche Qualität und um die Hochwertigkeit der Texte kümmert. Schade!
Sonntag, Januar 09, 2005
Auf ein Neues
Ein neues Wikipediajahr ist angebrochen und bisher hat sich nichts geändert. Ich setze einige Hoffnung in die Diskussionen über soziale Problemlösungen, die zur Zeit auf der Mailingliste stattfinden. Wenn sich jedoch im Bereich der Qualitätssicherung nicht bald etwas tut, sehe ich schwarz für das Projekt.
Es müssen klare, objektive und reproduzierbare go/no-go Kriterien für Artikel festgelegt werden, sie sich in erster Linie auf die Qualität eines Artikels beziehen und nicht auf die eher schwammige "Relevanz" des Themas, mit der seit einigen Monaten gerne diskutiert wird. Wenn ein guter Artikel über ein Schlagersternchen existiert müssen wir deshalb nicht alle schlechten Artikel über alle Schlagersternchen akzeptieren. Wenn der Papst wichtig genug ist, in einem Lexikon Erwähnung zu finden, müssen wir deshalb nicht alle schlechten Artikel über Päpste akzeptieren.
Vielleicht sind ja die aktuellen Diskussionen auf der Mailingliste ein erster Schritt dazu, einen solchen Kriterienkatalog auszuarbeiten.
Es müssen klare, objektive und reproduzierbare go/no-go Kriterien für Artikel festgelegt werden, sie sich in erster Linie auf die Qualität eines Artikels beziehen und nicht auf die eher schwammige "Relevanz" des Themas, mit der seit einigen Monaten gerne diskutiert wird. Wenn ein guter Artikel über ein Schlagersternchen existiert müssen wir deshalb nicht alle schlechten Artikel über alle Schlagersternchen akzeptieren. Wenn der Papst wichtig genug ist, in einem Lexikon Erwähnung zu finden, müssen wir deshalb nicht alle schlechten Artikel über Päpste akzeptieren.
Vielleicht sind ja die aktuellen Diskussionen auf der Mailingliste ein erster Schritt dazu, einen solchen Kriterienkatalog auszuarbeiten.
Mittwoch, September 01, 2004
Die guten, alten Zeiten
Als ich vor über einem Jahr zur Wikipedia stiess, gab es Menschen, die die Liste mit den neuen Artikeln beobachteten und neu reinkommende Artikel wikifizierten, das Deutsch verbesserten oder einleitende Definitionen einfügten. Mehrmals passierte mir, dass kaum hatte ich einen Artikel abgeschickt, dieser von einem erfahrenen Benutzer wikifiziert wurde.
Wie schön, aufbauend und lehrreich das doch war! Nach einigen Malen hatte ich verstanden, wie das mit den neuen Artikeln so läuft und diese gleich selbst wikifiziert, in korrektem Deutsch und mit einer Definition versehen abgeschickt. So "züchtet" man fähige und motivierte neue Autorinnen und Autoren, die schnell verstehen, wie das mit der Artikelqualität läuft.
Heute schreiben die Leute, die die Liste mit den neuen Artikeln beobachten, lieber Löschanträge und beleidigen neue Benutzer, statt ihnen mit gutem Beispiel voranzugehen.
Wie schön, aufbauend und lehrreich das doch war! Nach einigen Malen hatte ich verstanden, wie das mit den neuen Artikeln so läuft und diese gleich selbst wikifiziert, in korrektem Deutsch und mit einer Definition versehen abgeschickt. So "züchtet" man fähige und motivierte neue Autorinnen und Autoren, die schnell verstehen, wie das mit der Artikelqualität läuft.
Heute schreiben die Leute, die die Liste mit den neuen Artikeln beobachten, lieber Löschanträge und beleidigen neue Benutzer, statt ihnen mit gutem Beispiel voranzugehen.
Dienstag, August 17, 2004
Die Schlammschlacht des Tages...
Findet beim Ziegenpeter statt. Noch selten war ein verwaister Artikel so heiss umstritten. Reicht denn das Sommertheater um die Neue Deutsche Rechtsschreibung nicht aus um die herausgeforderten Gemüter beschäftigt zu halten? Und hat die Schweiz überhaupt eine Hauptstadt? Diese und Weitere Fragen finden sie in unserer Sommer-Soap namens Wikipedia
Montag, August 16, 2004
Gesunder Menschenverstand....
...scheint zur raren Währung zu werden. Man schaue sich nur mal die Löschkandidatenliste an.
Ich frage mich nur, wem denn nun mehr an GMV fehlt: Den Löschwütigen Antragsstellern oder den Wikipediaautoren, die popelige Artikelstarts hinrotzen und statt diese aktiv zu verbessern gleich Weltuntergang schreien, wenn jemand Kritik anbringt.
Ein anderes, besonders schönes Beispiel für die Verschwendung von menschlichen Ressourcen, ja ganzen Mann- und Fraujahren, findet sich hier, unter Wikipedia Diskussion:Rechtschreibung. Da könnte frau sich glatt hintersinnen. Vor langer, langer Zeit hatten wir alle doch einen gemeinsamen Traum. Langsam aber sicher löst sich dieser in Gerangel um Nebensächlichkeiten auf.
Ich frage mich nur, wem denn nun mehr an GMV fehlt: Den Löschwütigen Antragsstellern oder den Wikipediaautoren, die popelige Artikelstarts hinrotzen und statt diese aktiv zu verbessern gleich Weltuntergang schreien, wenn jemand Kritik anbringt.
Ein anderes, besonders schönes Beispiel für die Verschwendung von menschlichen Ressourcen, ja ganzen Mann- und Fraujahren, findet sich hier, unter Wikipedia Diskussion:Rechtschreibung. Da könnte frau sich glatt hintersinnen. Vor langer, langer Zeit hatten wir alle doch einen gemeinsamen Traum. Langsam aber sicher löst sich dieser in Gerangel um Nebensächlichkeiten auf.
Freitag, August 13, 2004
Wozu dienen AdministratorInnen?
Die Hauptaufgabe eines/einer Wikipedia-Admin liegt darin, Fussabtreter, Sandsack und Müllhalde für frustrierte AutorInnen zu spielen, die ihrerseits nicht den Arsch hochbringen, um anständige Artikel zu schreiben. Diese unangenehme Version von homo und femina sapiens sapiens tritt nicht nur in der Wikipedia auf, sondern überall dort, wo alle mitreden können. So ist Wikipedia nicht mehr wie bisher eine Meritokratie, sondern verkommt mehr und mehr zu einer Blablakratie, Dummschwallokratie und Wernichtsleistetmotztamlautestenkratie. Schade :-(
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Wikipedia quo vadis?
Die Wikipedia ist ein grossartiges Projekt. Aber die Entwicklungen in de.wikipedia der letzten Monate gefällt mir überhaupt nicht. Etwas hat sich verändert: statt konstruktiv nach Lösungen zu suchen und mit anderen AutorInnen in harten Verhandlungen Kompromisse auszuarbeiten, wird immer mehr der Ruf nach einer übergeordneten Autorität und Gesetzen laut. Schlammschlachten um Kleinigkeiten finden statt, BenutzerInnen und AdministratorInnen beantragen Benutzersperrungen und Admin-Absetzungen weil sie sich über Formulierungen in einem Artikel nicht einigen können. Gegenseitige Beleidigungen und persönliche Angriffe statt sachlicher Diskussionen sind an der Tagesordnung.
Wenn die Vision Wikipedia scheitert, dann an diesem Problem!
Wenn die Vision Wikipedia scheitert, dann an diesem Problem!
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